40% WENIGER REGISSEURINNEN IN US-BLOCKBUSTERN
- 28. Jan.
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Die aktuelle Studie "Inclusion in the Director's Chair" hat die 100 umsatzstärksten US-Filme von 2025 ausgewertet – mit einem ernüchternden Ergebnis: Der Anteil weiblicher Regisseurinnen ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken.
Von insgesamt 111 Regisseur*innen, die diese Blockbuster inszenierten, waren lediglich 9 Frauen. Das entspricht mageren 8,1 Prozent. Im Jahr 2024 lag der Anteil noch bei 13,4 Prozent – ein Rückgang um 40 Prozent innerhalb eines Jahres.
Paramount Pictures, Warner Bros. und Lionsgate haben es sogar geschafft, nicht eine einzige Regisseurin für die Blockbuster des Jahres 2025 zu engagieren. Was soll man dazu sagen?
Auch bei der ethnischen Diversität gibt es nach wie vor erhebliche Lücken. Der Anteil der Regieführenden aus unterrepräsentierten ethnischen Gruppen liegt bei 24,3 Prozent – deutlich unter ihrem Bevölkerungsanteil (42,5% identifizieren sich als nicht weiß).
Besonders stark unterrepräsentiert waren in den letzten Jahren Women of Color: In den für die Studie ausgewerteten Filmen zwischen 2007 und 2025 führten sie nur bei 1,9 Prozent aller Produktionen Regie, obwohl sie 20,7 Prozent der US-Bevölkerung ausmachen. Hier ist ein Aufwärtstrend zu vermerken: 2025 führten in den ausgewerteten Top-100-Filmen mit 5,4 Prozent erstmals mehr Women of Color Regie als weiße Regisseurinnen. Dies stellt eine Verbesserung gegenüber 2024 dar, auch wenn beide Gruppen weiterhin stark unterrepräsentiert bleiben.
Die beste Bilanz bei der Besetzung von Regisseurinnen in den letzten 19 Jahren weist Universal Pictures auf – das einzige große Studio, dessen Chief Content Officer eine Frau ist. Dies legt nahe, dass die Besetzung von Führungspositionen einen direkten Einfluss auf die Diversität bei der Vergabe wichtiger Positionen hat.
Der deutliche Rückgang zwischen 2024 und 2025 verdeutlicht, dass Fortschritte bei der Gleichstellung ohne kontinuierliche Anstrengungen gefährdet sind. Die Filmindustrie zeigt hier ähnliche Muster wie andere Branchen, in denen Diversitätsbemühungen ohne strukturelle Verankerung schnell wieder rückgängig gemacht werden können.
Mangelnde Diversität in Regieposten hat konkrete Folgen:
Eingeschränkte Perspektivenvielfalt in den erzählten Geschichten
Fehlende Vorbilder für nachfolgende Generationen
Ungenutzte Talentpools in der Branche
Wirtschaftliche Einbußen – Studien zeigen, dass diverse Teams innovativer sind und ein breiteres Publikum ansprechen
Die Zahlen für 2025 zeigen: Die Filmindustrie hat in Punkto Geschlechterparität und Diversität nach wie vor erheblichen Nachholbedarf. Der Rückgang von 13,4 auf 8,1 Prozent macht deutlich, dass ohne strukturelle Veränderungen, Quoten und kontinuierlichen Anstrengungen keine nachhaltige Verbesserung zu erwarten ist.
Es bleibt abzuwarten, ob die Branche auf diese Entwicklung reagiert und Maßnahmen ergreift, um den Trend umzukehren.



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