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WIE KANN ES SEIN, DASS MENSCHEN AUS MARGINALISIERTEN GRUPPEN AFD WÄHLEN?

28. Sept.
1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 1. Okt.

AfD-Wahlplakat fordert "Remigration" - Von PantheraLeo1359531 - Foto Credits: Eigenes Werk, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=148477920
AfD-Wahlplakat fordert "Remigration" - Von PantheraLeo1359531 - Foto Credits: Eigenes Werk, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=148477920

Jüdinnen*Juden in der AfD oder BPoC und Frauen, die für Trump stimmen – solche Phänomene irritieren viele Menschen.


Wahlentscheidungen basieren jedoch nicht nur auf Gruppenzugehörigkeit wie Ethnie, Geschlecht oder Religion - sondern auf individuellen Prioritäten, persönlichen Erfahrungen und Werten.


Menschen aus marginalisierten Gruppen haben genauso vielfältige politische und gesellschaftliche Überzeugungen wie alle anderen auch. Es gibt linke, rechte, konservative und progressive Muslime - genau wie es linke, rechte, konservative und progressive Christ*innen und Jüdinnen*Juden gibt. Die ethnische oder religiöse Zugehörigkeit allein bestimmt nicht automatisch die politischen Überzeugungen.


Ein Wähler aus einer marginalisierten Gruppe kann z.B. konservative Werte wichtiger finden als eine offene, tolerante Gesellschaft - ein anderer niedrige Energiepreise höher bewerten als Identitätspolitik. Die Gewichtung verschiedener politischer Themen ist individuell sehr unterschiedlich.


Nicht alle Mitglieder einer Gruppe machen dieselben Erfahrungen. Soziale Faktoren, Bildung und persönliche Erlebnisse spielen oft eine größere Rolle als ethnische Herkunft oder Religion. Ein*e Unternehmer*in erlebt Politik anders als ein*e Arbeiter*in mit derselben Herkunft.


Es gab außerdem schon immer Menschen, die gegen die Interessen ihrer Gruppe wählten: Arbeiter*innen, die konservativ stimmten, Reiche, die links wählten, oder Frauen, die gegen das Frauenwahlrecht waren. Jeder Mensch hat viele Identitäten – Religion, Beruf, Familie, Werte oder regionale Herkunft.


Auch unterschiedliche Informationsquellen können eine Auswirkung haben. Menschen leben in verschiedenen Informationsblasen. Deshalb entstehen ganz unterschiedliche Wahrnehmungen derselben politischen Realität. Algorithmen verstärken diese Unterschiede oft.


Doch eins ist sicher: Wenn rechtsextremistische Kräfte an Einfluss gewinnen, richtet sich ihr Hass unweigerlich gegen alle marginalisierten Gruppen.




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